Vor- und Nachteile der deutschen Mini-GmbH (Unternehmergesellschaft)

Mini-GmbH

Die in Deutschland beliebteste Gesellschaftsform, die GmbH, weist für Existenz Gründer einige Nachteile auf, zum Beispiel das notwendige Mindeststammkapital in Höhe von 25.000 Euro. Um trotzdem eine haftungsbeschränkte Gesellschaft mit deutlich geringen Gündungsaufwand und geringerem Stammkapital gründen zu können, wurde die sogenannte Mini-GmbH oder auch Unternehmergesellschaft, kurz UG, ins Leben gerufen.

Bei einer Mini-GmbH liegt die Höhe des Stammkapitals im Bereich von 1 Euro bis zu 24.999,00 Euro. Die Höhe des Stammkapitals wird dabei von den Gesellschaftern in der sogenannten Gesellschaftssatzung festgelegt. Ebenso wie bei der normalen GmbH, ist auch die Haftung der Mini-GmbH auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt. Hierbei haften die Gesellschafter niemals mit ihrem Privatvermögen. Aber genau dieser sich für den Gesellschafter ergebende Vorteil ist gleichzeitig ein großer Nachteil der Mini-GmbH, da Geschäftspartner oftmals nicht bereit sind, das Risiko einzugehen und einer Gesellschaft mit einer Geschäftseinlage von beispielsweise nur 1 Euro Ware in Höhe von 1.000 Euro zu liefern.

Eine weitere Besonderheit der Mini-GmbH ist wohl die gesetzliche Verpflichtung, eine Rücklage zu bilden. Diese Rücklage ist jeweils über die Höhe von einem Viertel des Jahresüberschusses (Gewinn) in das Unternehmen einzustellen. Durch diese Regelung soll gesichert werden, dass eine höhere Eigenkapitaleinstellung erzielt wird.

Die Mini-GmbH darf nur einen Geschäftsführer besitzen. Dies ist von Nachteil, wenn mehrere Unternehmer gleichzeitig das Unternehmen führen wollen. Wird die Gesellschaft nicht seriös geführt, haftet der Geschäftsführer und Gesellschafter trotzdem mit seinem Privatvermögen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn eine drohende Insolvenz verschleppt wird und nicht rechtzeitig bei drohender Zahlungsunfähigkeit eine Gesellschafter Versammlung einberufen wurde.

Eine Mini-GmbH kann recht einfach in eine normale GmbH umgewandelt werden. Dabei muss lediglich das Stammkapital auf die notwendigen 25.000 Euro aufgestockt werden.